Schiffsanleger in der Schloßbucht muss abgesagt werden
Angesichts der desaströsen Planungen für einen zweiten Schiffsanleger in der Schlossbucht des Schweriner Sees hat der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen die unverzügliche Absage dieser Baumaßnahme gefordert.
Kreisvorsitzende Simone Rudloff: "Die Landeshauptstadt hat gewaltige finanzielle Problem und muss Mitarbeiter des Theaters entlassen, will aber gleichzeitig 51.000 Euro in einen völlig unnötigen Schiffsanleger investieren. Wir haben seit vielen Jahren die Anlegestelle der Weißen Flotte neben dem Schloss. Ein zweites Bauwerk, nur wenige Meter entfernt, ist sinnlos und verzichtbar."
Mit der Vorlage der Planungsunterlagen hätte sich gezeigt, so Bündnis 90/ Die Grünen, dass der Bau eines zweiten Schiffsanlegers auf der Südseite der Schweriner Schloßbucht massiv gegen die Schutzziele des EU-Vogelschutzgebietes "Schweriner Seen" verstößt. Die Stadtverwaltung hat die Erkenntnisse einer von ihr beauftragten und erst jüngst vorgestellten Wasservogelkartierung gar nicht genutzt. Sie weist die südliche Schloßbucht als wichtigen Lebensraum für bedrohte Wasservögel aus.
Zudem spielte in den bisherigen Planungen überhaupt keine Rolle, dass die Stadt Schwerin mit dem Schloßensemble den Titel UNESCO-Weltkulturerebe erlangen will. Frank Fiedler, Kreisvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen: "Bauliche Eingriffe in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloß sind angesichts der Bewerbung um den Weltkulturerbetitel völlig kontraproduktiv."
"Mit dem Projekt Schiffsanleger wird wieder einmal deutlich, welche Prioritäten in der Stadtpolitik gesetzt werden. Obwohl von einer linken Oberbürgermeisterin geführt, sind Bootsliegeplätze für die oberen Zehntausend
am Schloß wichtiger, als zum Beispiel Arbeitsplätze am Theater. Die Verquickung von Einzelinteressen in der Landes- und Stadtverwaltung in der Arbeitsgruppe 'Schweriner Gartensommer', die dann solche Projekte als vorrangig einstuft, ist unerträglich. Es ist doch wohl die Höhe, dass die SDS, die einst für die Pflege der Stadtfriedhöfe gegründet wurde, inzwischen als Vorhabensträger für Schiffsanleger fungiert. Bündnis 90/ Die Grünen werden das Thema in der Stadtvertretung wieder aufrufen.", so Simone Rudloff, von Bündnis 90 / Die Grünen.
Hintergrund:
Die Stadtverwaltung Schwerin und die SDS - Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin planen trotz des nur 400 Meter entfernten Hauptanlegers der Weißen Flotte neben dem Schweriner Schloß einen weiteren Schiffsanleger am südlichen Rand der Schweriner Schloßbucht. Der Schiffsanleger soll rund 50 Meter in die Schloßbucht hineinragen und neben einer Anlegestelle für Schiffe der Weißen Flotte rund 20 Segelbooten Platz bieten. Der geplante Bau des Schiffsanlegers geht auf einen Beschluss der Schweriner Stadtvertretung vom 13.12.2010 zurück. Die Beschlussvorlage kam von der Stadtverwaltung und der SDS, die sich auf eine von der Stadtmarketing Gesellschaft Schwerin mbH beauftragte Studie des Büro sinai/ Berlin zum „Schweriner Gartensommer" beruft. Darin wird die Anlage einer Fährverbindung über die Schloßbucht empfohlen. Im Rahmen der Arbeitsgruppe
"Schweriner Gartensommer", bestehend aus Vertretern der Landesregierung M-V und der Stadt Schwerin, wurde die Anlage des Schiffsanlegers in der Priorität als sehr hoch eingestuft. nach kenntnis von Bündnis 90/ Die Grünen fand eine Prüfung von Alternativen, beispielsweise die Nutzung einer Solarfähre, wie sie im Zusammenhang mit der BUGA zum Einsatz kam, nicht statt.
Der Schiffsanleger soll insgesamt 247.000 Euro kosten. Das Schlossbuchtcafe will sich mit 39.432,02 € beteiligen. Die Stadt Schwerin will 51.300,00 Euro einbringen. Gefördert wird das Vorhaben aus dem Wirtschaftsministerium mit einem Anteil von 156.338,43 € aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.












